Visual Novel Test

Homeward

Shortfacts:

Genre: Visual Novel / Romantik / Drama / Nakige

Autor: Love in Space (USA)

Erscheinungsdatum: Mai 2012

Plattform: Love in Space (Homeward download)

Sprache: Englisch

Spieldauer: Bis zu 20 Stunden  (Meine eigene Spielzeit für alle Enden lag bei knapp 11 Stunden - mit Skipfunktion ab dem 2. Walkthough. Ein Walkthrough dauerte knapp 6 Stunden ohne zu skipen)

Preis: Free to play

FSK: 18

 

 

Allgemeines

Homeward ist die erste Produnktion aus dem Hause Love in Space. Erschienen im Mai 2012 legt diese Novel den Grundstein für die darauf folgende Sunrider Reihe von Love in Space. Allerdings steht diese Novel auf eigenen Beinen und hat noch keinen Bezug zu ihren Nachfolgern. Das Genre ist dabei im Bereich Drama anzusiedeln, genauer gesagt im Bereich nakige. Dies sind Visual Novels die sehr traurig und depremierend sind. Am Anfang noch recht lustig kommen zum Ende hin immer mehr dramatische Elemente hinzu. Dennoch müssen nakiges nicht immer traurig enden im Gegensatz zu utsuges die ausschließlich depremierend aufgebaut sind und nie zu einem Happy End führen (siehe auch Narcissu 1st&2nd). Ein Opening besitzt auch das Erstlingswerk von Love in Space.

 

 

Story

Die Geschichte beginnt mit einem kleinen Jungen namens Riku. Er steht auf einem Hügel über seiner Heimatstadt irgendwo in Japan. Sie wird von Bergen umschlossen und von einem Fluss geteilt. Er ist sechs Jahre alt als er auf diesem Hügel inmitten einer Wiese steht. Er erblickt einen blauen Schmetterling. Sein Blick folgt ihm während er sich vom Wind dahin tragen lässt - und während er ihm folgt entdeckt er das kleine Mädchen welches in einem Baum sitzt. Sie spricht ihn an, will ihm den Ausblick von da oben zeigen und hilft ihm hoch. Sie reden miteinander während sie den Ausblick genießen. Sie heißt Nonami und ist fünfeinhalb Jahre alt. Sie beschließen von nun an gemeinsam zur Schule zu gehen. Doch Rikus Vater ist Diplomat. So muss er einige Zeit nach dieser Bekanntschaft wieder wegziehen. Es folgen zwei Jahre in Frankreich und fünf in den USA. Doch selbst dort war sein Leben von Umzügen, neuen Schulen und neuen Freunden geprägt. Er fühlt sich immer als Fremdkörper, hat keine "alten Freunde", muss immer neue kennenlernen und wenn es soweit kommt, dass sie langsam vertraut werden muss er wieder umziehen. Den Begriff "zu Hause" kennt er nicht. Sein zu Hause ist überall und noch nirgendwo. Doch dies ändert sich als seine Mutter schwer krank wird und ins Krankenhaus kommt. Seine Eltern sind geschieden. Während er bei seinem Vater lebt, muss seine kleine Schwester bei seiner Mutter leben. Nun kommen sie zurück nach Japan in die Stadt die vielleicht mal am ehesten sein zu Hause war um sich um Sora, seine Schwester, zu kümmern. Und damit kehrt er auch zu seinem ältesten und einzigen echten Freund zurück den er jemals wirklich hatte: Nonami...

 

Eindruck der Novel

Die Story die hinter dieser Novel steckt ist tiefgründig und depremierend. Kein wirkliches zu Hause zu haben, keine echten Freunde und kein wirkliches Verhältnis zu seinen Eltern, dies muss ein sehr tristes Leben sein. Und so empfindet Riku es auch. Die Novel dreht sich um die Frage was ein zu Hause eigentlich ist und ob man dort auch glücklich sein kann. Und es gelingt ihr auch diese Frage zu beantworten und das Gefühl zu transportieren wie es einem in der Situation von Riku wohl gehen muss. Seine kleine Schwester Sora hat ähnliche Sorgen, sodass hier eine Wiedervereinigung der beiden der Geschichte einen interessanten Touch gibt. Neben Nonami freundet Riku sich auch mit ihrer besten Freundin Haruka an. Während das Thema des zu Hause seins immer unterschwellig mitschwingt - geht die Novel aber bald in eine relativ häufig gewählte Form über. Sie läuft zeitlich über ein Jahr und beschreibt das Leben der vier Protagonisten während ihrer Zeit auf der japanischen Highschool. Dabei kommen auch Witz und Spaß keineswegs zu kurz. Wer glaubt das hier nur Depressionen geschürt werden irrt sich. Man kann des öfteren herzhaft lachen und erkennt so einige Elemente aus unserer heutigen Popkultur wieder. So kann es vorkommen, dass Nonami bei einem Wettrennen mal die Super Mario Melodie von sich gibt oder sich für einen EVA aus Neon Genesis Evangelion hält. Dies sind schöne und auflockernde Momente die Spaß machen - vorrausgesetzt man kennt den Kontext.

Insgesamt kann die Novel in drei verschiedene Arcs übergehen die auch ein jeweils seperates Ende mit sich bringen. Auf dem Weg dorthin gibt es viele Entscheidungsmöglichkeiten, welche die Story interaktiver gestalten. Allerdings verändern die Entscheidungen die Story nur geringfügig oder lösen einfach andere Reaktionen aus auf die im späteren Verlauf wieder Bezug genommen wird. Nimmt man am Anfang z.B. im Kochklub von Haruka teil so kocht man Sora zu Hause etwas selbst zu essen statt ihr Instantramen zu "kochen". Dies sind Kniffe die es braucht um eine Story interaktiv und interessant zu halten. Eine wirkliche Entscheidung in welche Arc es gehen soll wird erst gegen Ende getroffen und ist nach meiner Erfahrung auch unabhängig davon wie die Story bis dahin verlief. Auch ändern sich die Enden nicht wenn man vorher unterschiedliche Entscheidungen getroffen hat. Aber das macht nur geringfügig etwas aus. Die Novel fesseld. Man will sehen was man für CGs vielleicht noch freischalten kann wenn man diese statt jener Entscheidung trifft oder was dann eventuell passiert. So kann man mehrere unterhaltsame Dinge erleben auf die ich nun nicht weiter eingehen möchte zwecks Spoiler. Die Enden sind allesamt gut geschrieben und machen dem Genre alle Ehre. Es lohnt sich diese zu erleben!

Die Spielzeit ist vom Hersteller mit 20 Stunden angegeben. Dies ist durchaus realistisch. Mein erster Walkthrough dauerte knapp 6 Stunden. Anschließend habe ich für die anderen beiden Arcs und Entscheidungsmöglichkeiten die Skipfunktion benutzt und auch Savegames geladen sodass ich den Content nach insgesamt knapp 11 Stunden durch hatte. Spielt man die drei Arcs aber normal durch und versucht auch den kompletten Content frei zu spielen kommt man meiner Meinung nach locker auf 18 - 20 Stunden Spielzeit. Für eine Novel die als free to play angeboten wird ist das schon ordentlich.

 

Atmosphäre/Design/Sound

Die Atmosphäre des Spiels ist die ganze Zeit vorhanden. Immer wieder hat man das Gefühl endlich anzukommen und ein zu Hause zu haben. Desweiteren machen die Charaktere und ihre Animation wirklich Spaß. Man sieht ihnen zwar an, dass sie einen noch etwas "groberen" Zeichenstil haben wie die Kolleginnen aus den Sunrider Teilen aber dieser Umstand stört nicht wirklich, denn es wird einem vom Design her einiges mehr geboten! Die Figuren agieren zu den jeweiligen Situationen sehr gut. Die Mimik ist ebenfalls schon sehr schön ausgeprägt. So nimmt Nonami manchmal ihre Arme hinter den Kopf - eine Pose die man öfter mal in japanischen Animes und Mangas sieht. Auch Emotionen wie Trauer, Lachen, Erschrecken, Wundern, Peinlichkeit und Besorgtheit werden sehr schön dargestellt. Man hat teilweise das Gefühl die Figuren leben auf eine gewisse weise. Es macht einfach Spaß. Ein weiteres wirklich tolles Designelement sind die Hintergründe der Novel. In den Novels die ich bisher getestet habe waren sie entweder gezeichnet oder auch 3D animiert. Bei den Hintergründen von Homeward handelt es sich um echte Fotos! Sie sind weichgezeichnet und ein wenig in den malerischen Stil verschoben sodass ich erstmal gar nicht gemerkt habe, dass es Fotos sind. Dies macht die ganze Geschichte noch etwas realitstischer. Ich persönlich hatte da meine "Gänsehauterfahrung" als die Gruppe sich in Kyoto befindet und zum "Clear Water Temple" hinaufsteigt. Ich war vor einigen Jahren selber an diesem Ort und habe die Bilder wiedererkannt. Dies gibt dem Design für den einen oder anderen noch eine ganz persönliche Note und unterstützt die Atmosphäre des Spiels noch einmal ungemein. Ein weiterer Kniff der Designer ist die aktivität der Bilder. Man trifft nicht nur die typischen Standbilder an sondern hat teilweise animierte Hintergründe. So fährt bei einer Fahrstuhlfahrt der Hintergrund nach unten weg und erzeugt das Gefühl tatsächlich in einem Fahrstuhl zu stehen aus dem man herausschauen kann - eine tolle Idee! Hinzu kommen noch hin und wieder "Klarbilder" die bestimmte Details zeigen wie z.B. einen heiligen Stein in Kyoto oder den Hamburger den Riku sich in Seattle bestellt. Die CGs hingegen sind auch nett gemacht aber auch hier merkt man ihnen den etwas groberen Zeichenstil an. Dennoch kommen sie gut und stimmungsvoll rüber. Auch an einige Anime typische Gesichtsausdrücke wurde gedacht. Diese sind in den Bildern unter diesem Text zu bewundern. Das "Animegefühl" kommt bei dieser Novel definitv auf.

Die Musik ist ebenfalls ein großer Pluspunkt der Novel. Sie ist Gefühlstark und doch wehmütig. Wechselt aber in anderen Situationen zu fröhlich und untermalt jede Situation angemessen. Hier ist einfach alles stimmig. Auch die Soundeffekte sind gut gesetzt. Ob ein klingelndes Handy oder auch die Türklingel des Hauses - alles kommt real rüber. Eine Synchronisation hat die Novel nicht, aber die ist auch gar nicht von Nöten. Gerade das Design und die Musik machen hier die ganze Arbeit. Man hat ein wirklich tolles Spielerlebnis, welches die etwas grob gezeichneten Charaktere und CGs nicht nur verzeiht sondern zum Teil ganz vergessen macht.

 

   

Haruka, Nonami und Sora am Clear Water Temple       Nonami und Haruka in Schuluniform in der Klasse      Ein Beispiel für die Hintergründe. Hier die Straße hinter dem Haus.

 

   

Riku und Nonami teffen sich zum ersten Mal                        Nonami ist ein wenig "geschockt"                                    Nonami ist total motiviert.

 

   

        Vor der Space Needle in Seatle                              Ein Beispiel für die "Klarbilder" in der Novel             Ja, diese Novel hat definitiv Animecharakter!

 

Zusammenfassung

Homeward ist eine Novel die vieles richtig macht. Die Geschichte ist ein wahres nakige. Zwischen lustigen und ernsten Momenten schwankend und stets das Drama vor Augen, macht sie hier alles richtig. Ein großes Plus ist das Design. Bewegte Hintergründe, reale Fotos von Schauplätzen und tolle Charakteranimationen machen wirklich Spaß. Ein kleiner Wehmutstropfen sind die leicht grob gezeichneten Charaktere, welche zum Teil den Eindruck erwecken, dass es sich hier um ein Erstlingswerk handelt - aber das tut es auch! Und man beschwert sich hier auch auf einem sehr hohen Niveau. Die Musik und der Sound sind großartig. Sie vermitteln immer die richtige Stimmung und unterstützen die Szenen sehr gut. Witz und Animeelemente sind ebenfalls gegeben und gut umgesetzt. So macht es einfach Spaß! Für Fans der Sunrider Reihe ist dies obendrein ein besonderer Leckerbissen, zeigt die Novel als Erstlingswerk von Love in Space doch schon Charaktermodele und Charakterzüge späterer Protagonisten in den Sunrider Novels. Man sieht ganz klar wo die Wurzeln liegen - ein wirkliches Bonbon für Fans! Preislich gibt es bei einem free to play natürlich gar nichts zu meckern - einfach mal downloaden! Die Spieldauer ist mit ca. 18-20 Stunden ebenfalls relativ hoch. Diese Novel ist mit ihrem Drama-Genre sehr gut unterwegs und lässt nur kleine Wünsche offen. Taschentücher sind dennoch für den einen oder anderen empfehlenswert.

 

Bewertung
Story: 8,6
Design: 8,2
Musik/Sound: 8,1
Unterhaltungsfaktor: 8,8

 

                                               Gesamt: 8,4 /10                                        Preis/Leistung: 10 /10

Dienstag
08.21.2018
6:39 PM
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