Visual Novel Test

planetarian ~the reverie of a little planet~

Shortfacts:

Genre: Visual Novel / Kinetic / Postapokalypse / SciFi / Drama

Autor: Key (Japan)

Erscheinungsdatum: November 2004 (Japan) / Septemper 2014 (offiziell Weltweit)

Plattform: Steam / PS2 / PSP

Sprache: Japanisch / Englisch / weitere Sprachen per Patch (darunter auch Deutsch)

Spieldauer: ca. 4 Stunden

Preis: 9,99 €

FSK: k.A.

 

 

 

Allgemeines

Planetarian ist eine klassische geradlinige Visual Novel. Wie viele andere Novels kann man sie im Bereich Drama ansiedeln. Aber auch SciFi, Kinetic und postapokalyptische Elemente werden hier verwendet. Entgegen vieler anderer Novels heutiger Zeit enthält Planetarian keine erotischen Elemente. Zum ersten Mal erschien planetarian im Jahr 2004 in Japan und blickt somit auf eine über 10 jährige Historie zurück. Ein Intro wie es andere Novels besitzen hat planetarian nicht bekommen. Es gibt dennoch ein Opening und einen Trailer für Steam.

 

 

 

Story

Wir befinden uns in einer düsteren Zukunft. Es ist nun schon 30 Jahre her seitdem der Krieg über die Mennschheit herein brach. Die Menschheit, die schon den Mond und den Mars besiedelt hat, löschte sich in den 30 Jahren fast komplett selbst aus. Gründe für den Krieg gab es viele: Vereuchtes Wasser, Überbevölkerung und Hunger sind nur einige der möglichen Auslöser - so richtig weiss es keiner mehr was die Mächtigen dazu brachte auf die roten Knöpfe zu drücken... In den ersten zehn Jahren des Krieges dezimierte sich die Menschheit um mehr als 90%. Die letzten Überlebenden kämpfen seit den letzten 20 Jahren nicht mehr gegeneinander, sondern gegen die Hinterlassenschaften dieses Krieges: Automatisierte Killerpanzer, "Menschenjägerdrohnen", Hightechminen, verseuchte Landstriche und ein nicht mehr endender Regen welcher seit mehr als 20 Jahren anhält. Dieser Regen ist darüber hinaus noch toxisch und kann ohne Schutzbekleidung nicht lange passiert werden. Auch biologische Waffen wurden eingesetzt. So wurden viele Landstriche von Bakterien verseucht welche alles Leben töteten. Der Regen bestellt den Rest: In der Gegenwart gibt es keine Pflanzen und Blumen mehr, der toxische Regen hat sie vernichtet. Auch Gebäude und Städte verfallen unter dem immer wärenden Regen. Der Beton löst sich langsam auf, der Stahl rostet und die Gebäude brechen nach und nach zusammen, wenn sie nicht durch Kämpfe gegen die automatisierten Kriegswaffen vergangener Mächte zerstört werden. In diese Zeit kommt der namenlose Protagonist ins Spiel. Seinen Namen erfahren wir nicht aber seinen Beruf: Er ist Plünderer. Er streift durch die Welt und sammelt alles was noch von irgendeinem Wert ist ein, um es selber noch zu verwerten. Er kommt in diese Stadt und betritt ein Gebäude welches er für ein militärisches hält - doch es ist ein Planetarium! Dort trifft er auf sie: Yumemi Hoshino. Sie ist ein Roboter, gebaut um den Menschen zu dienen und im Planetarium die Vorführungen abzuhalten. Sie ist ein Relikt aus einer Zeit die mehr als 30 Jahre zurück liegt. Der Plünderer kann mit ihr nicht viel anfangen und sie kann die Situation um sie herum nicht verstehen. Sie wurde darauf nicht programiert und die Verbindung zu den externen Datenbanken sind lange nicht mehr präsent... Sie möchte ihm eine besondere Vorführung zu Gute kommen lassen, doch der Projektor den sie liebevoll "Miss Jena" nennt ist kaputt. Obwohl er es Anfangs nicht vor hatte beginnt er schließlich den Projektor zu reparieren. Mit jeder Stunde die er, ein Mann der nichts anderes als Elend, Leid und Tod erlebt hat, mit Yumemi, die immer noch in der Zeit vor 30 Jahren hängt, verbringt, verändert sich sein Herz...

 

Eindruck der Novel

Planetarian ~the reverie of a little planet~ ist eine verhältnismäßig ältere Novel. Sie ist linear und hat keinerlei Einflussmöglichkeiten. Die Geschichte von planetarian ist interessant gewählt. Die postapokalyptische Grundidee gepaart mit den Mechaelementen ist etwas typisch japanisches aber funktioniert. Während der kompletten Story bleibt man nur im Dialog mit Yumemi. Faktisch kommt auch nur der Protagonist selber als einziger Mensch in diesem Setting vor. Aber genau dies ist es, was diesen postapokalyptischen Charakter ausmacht. Die Unterschiede zwischen dem Plünderer und dem Cyborg Yumemi könnten größer nicht sein. Der eine vom Krieg und den äußeren Bedingungen gezeichnet und auf der anderen Seite eine Roboterdame welche immer freundlich und fröhlich und besorgt um ihre Besucher ist. Dieser Kontrast wird sehr gut ausgespielt. Man merkt wie sich mit der Zeit eine Bindung zwischen beiden aufbaut - oder ist sie nur einseitig? Yumemi möchte den Menschen dienen und sie glücklich machen, dies macht sie selbst glücklich, so sagt sie zumindest. Und sie versucht es unentwegt, auch wenn dies zum Teil etwas unorthodox herüber kommt. Entgegen anderen Novels die ich schon getestet habe lässt Planetarian die immer mal wieder verwendete Komik auf der Strecke. Sie ist ernst und macht nachdenklich. Auch hat sie eine moralische Botschaft im Gepäck - die aber jeder für sich selber herausfinden sollte... Die Geschichte ist gerade am Anfang nicht spannend oder fesselnd, was sich zum Ende hin aber ändert. Im Fokus steht ganz klar die Gedanken und Empfindungen eines Menschen der sein Leben lang nur Chaos und Schrecken erlebt hat und nun mit einem Relikt aus einer anderen Zeit konfrontiert wird, welches ihn zum nachdenken bringt. Es ist schwer zu tief ins Detail zu gehen ohne zu stark zu spoilern, daher lasse ich dies auch sein.

Die Spieldauer liegt für eine geradlinige Visual Novel im gesunden Mittelfeld. Etwas mehr als vier Stunden braucht man schon um sich vernünfitg durch zu lesen. Ein weiterer Punkt ist das verwendete Englisch in der Novel. Ich habe bisher alle Test mit den englischen Subs durchgeführt. Das hier verwendete Englisch war aber von so vielen spezifischen Wörtern gespickt, dass ich öfter mal nebenbei den Googleübersetzer nutzen musste um alles genau zu verstehen. Das ist nicht weiter schlimm, aber fällt doch auf. Vielleicht liegt es am Alter des Games und heutige Novels verwenden einfach andere englische Begriffe. Dennoch sollte man, wenn es größere Probleme mit der Sprache gibt, sich einen Patch für die deutsche Übersetzung besorgen. Ich fand es jetzt nicht tragisch, aber dennoch auffällig. Der Preis von 9,99 € für die Novel bei Steam ist auch im normalen Bereich des Genres. Ich empfehle dennoch das Game auf die Wunschliste zu setzen und auf einen Steamsale zu warten. Dann kann man die Novel, so wie ich auch, für 4,99 € bekommen. Ich möchte nicht sagen, dass 9,99 € nun viel zu teuer ist, aber es befindet sich schon an der oberen Grenze sodass man, abgesehen vom Support der Entwickler, keine großen Argumente hat nicht auf einen Sale zu warten.

 

Atmosphäre/Design/Sound

Die Atmosphäre kann man noch als gut bezeichnen. Das postapokalyptische Setting ist immer wieder präsent, und der immer noch ungesunde Regen rückt immer wieder in den Fokus. Leider geht diese bedrohliche Atmosphäre innerhalb des Planetariums komplett verloren. Hier hat man ganz klar das Gefühl einen sicheren Platz zu haben. Hier ist der Dialog und die Interaktion mit Yumemi klar im Vordergrund. Das Ganze bekommt in dieser Zeit einen fast schon philosophischen Touch. Die Dialoge sind zwar gut aber die Atmosphäre kommt einem so neutral vor. Gegen Ende der Novel kommt man dann wieder in das postapokalyptische Setting hinein. Man kann also von einer insgesamt schwankenden Atmosphäre sprechen - ohne aber wirklich langweilig zu werden. Das Design entspricht ein wenig dem Alter der Novel. Aber es hat seinen Charme. Dies betrifft aber vor allem das Menü. Das Game selber ist gut gemacht worden. Die CGs sind schön und stehen einem modernen Anime in nichts nach. Dazu bewegen sie sich auch und zeigen eine Szenerie nicht gleich komplett auf einmal sondern scrollen durch eben diese. Dies gibt dem Ganzen einen dynamischen Touch. Auch die Bewegungen von Yumemi sind toll. Sie steht zwar immer rechts im Bild während die Szenerie in einem Kasten in der Mitte zu sehen ist, aber sie ist ebenfalls gut animiert. Sie ändert ihre Haltung, ihr Mund bewegt sich beim sprechen und ihr "Holohaarband" verändert sich je nach Situation. Hier muss man sagen: Wirklich schön gemacht. Was mich ein wenig gestört hat ist das "Kästchen" mit der jeweiligen Szenerie. Es kommt mir ein wenig klein vor und die Szenerie an sich ist gerade im Planetarium gerade mal auf drei oder vier verschiedene Bilder beschränkt. Dies wirkt ein wenig langweilig. Zuletzt ist noch der animierte Regen zu erwähnen. Ja in den Bildern fällt tatsächlich der Regen! Und er ist auch top animiert - wie in einem echten Anime. Solche Effekte kommen immer wieder mal vor und verleihen diesen Szenen eine tolle Dynamik!

Der Sound wiederrum ist solide. Ein dickes Plus ist die komplette Synchronisation! Sowohl der Protagonist als auch Yumemi sind komplett vertont. Die japanischen Sprecher können Emotion so direkt an den Leser weitergeben, auch wenn er das gesprochene Wort nicht versteht sondern lesen muss, kann er die Emotionen genau heraushören - wirklich toll! Die Musikstücke sind ebenfalls ganz nett, allerdings reissen sie mich nicht vom Hocker. Einige sind wirklich stark andere nerven einfach wenn sie über einen längeren Zeitraum in der Dauerschleife abgespielt werden. Leider ist die Musik manchmal auch dabei die Sprache der Protagonisten leicht zu übertönen - das muss nicht sein und ist ebenfalls störend. In manchen Situationen ist dann auch mal gar keine Musik vorhanden. Bis auf wenige Ausnahmen werden in der Zeit aber dann Sounds abgespielt die in die jeweilige Szenerie perfekt passen. So hört man den immer andauernden Regen die ganze Zeit während man im Voyer aus der Tür schaut - großartig! Auch die Geräusche von Maschinen und Panzern werden eingesetzt um eine Szene zu untermalen - das ist wirklich gelungen. Nur manchmal gibt es Szenen in der es einfach nur Stille gibt. Teilweise erscheint dies gewollt und ist in den Situationen auch sehr gut eingesetzt aber manchmal wirkt es komisch. Dies kommt allerdings selten vor und ist daher nur ein kleinerer Minuspunkt. Nichts desto trotz kann sich der Sound von Planetarian sehen lassen auch wenn er nicht so stark ist wie bei man anderer Novel.


   

          Yumemi stellt uns "Miss Jena" vor                        Yumemi will uns bei der Reperatur helfen             Ein CG von Yumemi die eine der Lampen für "Miss Jena" hält

 

   

Yumemi hat uns einen "Blumenstrauß" gemacht         Yumemi zeigt uns die Sterne im Planetarium                       Einer der vollautomatischen Panzer

 

Zusammenfassung

planetarian ~the reverie of a little planet~ ist eine klassische, geadlinige Visual Novel. Ihre Platzierung findet sich im Genre Drama und Postapokalypse. Die Story ist ganz gut aufgezogen kommt aber ohne großartige andauernde Action oder Spannung aus. Die Geschichte konzentriert sich eher auf Philosophie, Ethik und Drama. Dennoch ist sie lesenswert. Die Atmosphäre schwankt zwischen dem Gefühl sich in einer postapokalyptischen und sicheren Welt zu bewegen, bleibt aber dennoch immer in einem glaubhaften Rahmen. Das Design ist ebenfalls durchwachsen. Während die CGs, die Animationen von Regen und Yumemi wirklich toll sind, ist der "kleine Kasten" in dem die Szenerie die meiste Zeit abgebildet wird ein wenig ernüchternd. So kommt man in einem Großteil der Novel mit gerade mal drei bis vier Szenerien aus - schade. Der Sound ist ebenfalls ein Fall für beide Seiten. Die Synchro ist Top! Beide Protagonisten sind voll vertont! Die Geräusche vom Regen, Schüssen oder Maschinen sind ebenfalls gut gemacht und eingesetzt. Die Musikstücke während der Szenen dagegen sind durchwachsen. Einige sind wirklich toll und passen perfekt, andere sind einfach nur nervig und teilweise in der Dauerschleife. Auch das Übertönen der Sprecher durch die Musik an einigen Stellen ist nicht gerade schön. Dennoch ist diese Novel nicht schlecht!

Die Spieldauer von etwas über vier Stunden liegt im mittleren Bereich einer linearen Visual Novel. Der Preis von 9,99 € ist zwar noch vertretbar aber ich würde empfehlen auf einen Steamsale zu warten und dann für 4,99 € zuzuschlagen dann macht man definitiv gar nichts falsch! Im Großen und Ganzen ist planetarian ~the reverie of a little planet~ eine schöne Novel die sich mal etwas absetzt und eine eher philosophische Richtung einschlägt. Wer nicht immer nur Aktion, Erotik und Komik sucht und auch einmal etwas über das was er erlebt hat nachdenken möchte, macht mit planetarian absolut nichts falsch.

 

Bewertung
Story: 7,5
Design: 7,0
Musik/Sound: 7,4
Unterhaltungsfaktor: 7,0

 

                                             Gesamt: 7,2 /10                                       Preis/Leistung: 6,5 /10

Montag
08.19.2019
5:11 PM
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