Visual Novel Test

Sunrider Academy

Shortfacts:

Genre: Visual Novel / Datingsimulator / Resourcenmanager

Autor: Love in Space (USA)

Erscheinungsdatum: April 2015

Plattform: Steam / Love in Space

Sprache: Englisch

Spieldauer: 20 - 30+ Stunden (Für alle Enden habe ich 29 Stunden gebraucht)

Preis: 27,99 €

FSK: 18

 

  

 

Allgemeines

Sunrider Academy ist ein Spin-off der Visual Novel Sunrider: Mask of Arcadius. Erst im April 2015 erschienen handelt es sich hierbei um das aktuell jüngste Werk von Love in Space, einer amerikanischen Entwicklerfirma. Insgesamt handelt es sich hierbei um eine Mischung aus Visual Novel, Managementsimulation und Datingsimulator. Man darf auch hier Entscheidungen treffen, welche sowohl Story, als auch die Beziehung zu den Mädchen beeinflussen können. Ein wichtiger Hinweis vorweg: Dieser Test könnte Spoiler für Sunrider: Mask of Arcadius (MoA) enthalten! Bitte behaltet dies im Hinterkopf! Es empfiehlt sich auch MoA vor dieser Novel gespielt zu haben! Natürlich hat Sunrider Academy auch ein Opening spendiert bekommen. Sunrider Academy ist auf Steam, wie so manch andere Novel auch, zensiert. Love in Space bietet aber einen Patch an um alle Features der originalen Novel frei zu schalten.

 

 

Story

Tja da sind wir mal wieder: Kayto Shields in Person! Kennen wir dies nicht schon irgendwoher? Ja! Wir sind tatsächlich der Captain aus Sunrider: Mask of Arcadius! Aber halt! Wo ist unser Schiff? Und wieso stehen wir hier in einem Raum in einer Wohnung mitten in Cera City? Weil wir uns in einem anderen Universum befinden! Hier ist Cera nicht von PACT attackiert worden und zudem befinden wir uns in der Zeit, in der Kayto noch auf die Academy geht, namentlich: Die Sunrider Academy. Hieß so nicht unser Schiff in MoA? Genau! Und dies ist nur eine von vielen Anspielungen auf MoA! Aber worin besteht nun die Story? Wir befinden uns in Kaytos dritten Jahr auf der Academy. Er wohnt hier noch zu Hause mit seinen Eltern und seiner kleinen Schwester Maray! Mit dieser geht er direkt zu beginn die Wette ein, bis zum Ende des Schuljahres endlich eine Freundin zu haben... Kayto ist Vizepräsident des Studentenrates dessen Vorsitz Ava Crescentia inne hat. Wir erinnern uns: Ava war in MoA unser erster Offizier und wir hatten eine gemeinsame Vergangenheit in unserer Schulzeit - Bingo! Ava ist streng und kalt wie eh und je aber auch wie wir schon wissen Kaytos Freundin seit fühesten Kindheitstagen. Sie wohnt übrigens direkt nebenan. Nachdem Kayto die Arbeit im Studentenrat aufgenommen hat bekommt er von Ava den Auftrag sich um die "Problemclubs" zu kümmern. Zur Erklärung: Die Academy hat viele Clubs für ausserschulische Aktivitäten. Diesen stehen die Captains der Clubs vor. Die meisten funktionieren ohne Probleme aber die drei um die Kayto sich kümmern muss sind wahre Choasclubs! Der erste und wohl chaotischste Club ist der Kendoclub. Sein Captain ist Asaga Oakrun! Ja auch sie kennen wir noch! Ihre Charakterzüge sind ebenso wie Avas und auch die der restlichen Mädchen fast eins zu eins aus MoA übernommen. Natürlich muss so der Club ja im Chaos enden... Kayto will die ausstehenden Zahlungen des Clubs eintreiben - mit mäßigem Erfolg. Der nächste Club ist der Wissenschaftsclub. Wer könnte den wohl leiten? Genau! Chigara Ashada ist der Captain des Clubs! Doch dummerweise ist sie auch das einzige Mitglied... Alle anderen haben ihren Abschluss gemacht und sie blieb zurück. Da jeder Club fünf Mitglieder braucht um nicht geschlossen zu werden muss Kayto also auf dem Rekrutierungstag, welcher bevorsteht, Mitglieder werben um den Club unmittelbar zu retten. Immerhin machbar... Als dritter Club steht der Schwimmclub an. Kayto erreicht in erst am Abend. Es ist schon dunkel und im Becken ist kein Wasser... Er will schon gehen als er eine Gestalt auf dem obersten Sprungturm sieht - im Schwimmanzug! Sie wird doch wohl nicht?! Doch sie will! Kayto sprintet hinauf und kann die Dame gerade noch vom springen abhalten. Und wen erblicken wir da? Sola! Sie war so in Gedanken versunken, dass sie nicht einmal gemerkt hat, dass das Becken leer war! Oh das kann ja ein heiteres Jahr werden...

 

Eindruck der Novel

Die Geschichte ist der eines Spin-off definitiv würdig. Hat man MoA gespielt und kennt schon die Charaktere, die Geschichte und auch das ganze Drumherum, hat man seine helle Freude! Gegenüber der Action und dem Drama aus dem Vorbild steht hier das Leben als Schüler und Studentenratsvize. Dies ist mit viel Witz und Charme ausgefüllt worden. An sehr vielen Stellen muss man Schmunzeln oder wirklich lachen. Die Geschichte selber geht insgesamt über 10 Monate wobei mit Anfang des 10. Monats das Spiel beendet wird und man zu einem Schluss kommt. Doch auf dem Weg dahin gibt es genug Stolpersteine die das Ganze frühzeitig beenden können. Ab dem vierten Monat kann man sich für einen Weg mit einem der vier Mädchen entscheiden. Tut man dies hat man sich festgelegt. Die Story verläuft dann stringent weiter. Dies macht allerdings gar nichts, denn man erfährt über jeden einzelnen Charakter eine Menge und jedes Ende ist eines für sich! Logischer Weise gibt es deren vier. Es lohnt sich alle vier gesehen zu haben, dadurch ist auch ein Wiederspielwert vorhanden. Der Fokus hier wieder ein Anime bzw. Mangaähnliches Erlebnis zu schaffen, ist wie in MoA ganz klar wieder zu finden. Die Mimik der Witz das Verhalten der Figuren - alles lässt ein in die Welt eines guten Anime eintauchen. Was man allerdings in Kauf nehmen muss, ist die Managersimulation, welche um die ganze Story herum angesiedelt ist. Man könnte sogar sagen, dass sie den Hauptteil des Spiels ausmacht und nebenbei immer wieder Storyelemente "getriggert" werden die diese dann vorran treibt. Dies kann beim erneuten Durchspielen schon irgendwann stören. Wie schon in MoA haben wir mehrere Schwierigkeitsgrade. Aber selbst im "Waifu Mode" der einem Godmode gleicht, muss man managen auch wenn die Verteilung der Punkte und das stärken der Klubs ziemlich egal ist, müssen die Aktionen dennoch ausgeführt werden, da sonst der Tag nicht weitergeht. Man fällt so in eine Art Routine welche das "einfach durchspielen und Story erleben" schon etwas nervig werden lassen kann. Spielt man auf einem höheren Schwierigkeitsgrad und nimmt die Managementsimulation an kann man auch in "Bad Ends" landen, aber man hat eine Herausforderung nebenbei. Nichts desto trotz will man einfach wissen wie die Storys der Mädels ausgehen. Diese sind nämlich individuell und wirklich großartig aufgebaut. Man lernt nach und nach mehr von ihrem Leben, ihren Problemen und Sorgen kennen und interagiert mit ihnen. So kann man jeder kleine Geschenke kaufen oder mit ihnen reden. Wobei wir beim nächsten Punkt wären. Man kann bei jedem Mädchen seine Zuneigung steigern. Dafür tauchen sie immer mal wieder auf, wenn man einen Ort besucht oder eine Aktion ausführt. Nun hat man eine Auswahl an Themen die man anschneiden kann und die eine Reaktion auslösen. Je nachdem ob man ein Thema getroffen hat welches ihnen gefällt, steigert sich die Zuneigung oder eben nicht. Den Fortschritt kann man sich ab dem zweiten Monat zu Hause bei seiner kleinen Schwester vorlegen lassen. Hat man bei einem Mädchen allerdings den vollen Status erreicht taucht diese auch nicht mehr zum reden auf. Hinzu kommt der Umstand, dass wenn man sich für eine Route und damit auch für eine Freundin entschieden hat, die anderen immer noch zum Gespräch auftauchen und bezirzt werden wollen. Dies kann ebenfalls auf die Dauer nervig werden und zieht den Unterhaltungsfaktor etwas nach unten.

Ein weiterer Aspekt ist die Maximierung von Stats. Je nachdem was man macht kann man seine eigenen Stats oder die der Clubs nach oben treiben. Man kann z.B. in seiner Freizeit zum Schrein gehen und beten und so sein Glück erhöhen. Oder man geht arbeiten und verdient ein paar Credits, im Park, im Museum oder der Arcadehalle kann man relaxen und stress abbauen, im Shopingdistrict kann man nützliche Items kaufen, in der Sporthalle seine Fitness steigern und in der Bibliothek lernen oder seine Hausaufgaben machen. Diese sind auch ein weiterer wichtiger Aspekt. Bis zum Ende einer jeden Woche muss man seine Hausaufgaben gemacht und eingereicht haben. Hat man dies vergessen muss man sie nachholen und es wird einem etwas vom "Hausaufgabenwert" abgezogen. Diesen braucht man für die monatlichen Klassenarbeiten. Denn diese müssen mit einem gewissen Wert bestanden werden sonst landet man ebenfalls sofort in einem "Bad End". Nebenbei baut man mit jeder Aktion - ausser den Erholungen - Stress auf. Zuviel Stress kann zu Krankheiten führen und einen für Tage ausser Gefecht setzen, was gerade in höheren Schwierigkeitsgraden fatal ist, da man keine Aktivitäten ausführen darf. Ein Teufelskreis... Zu guter Letzt kommen noch die drei Clubs hinzu, welche man managt. Diese haben jeweils drei Werte: Member, Rediness und Moral. Diese müssen allesamt innerhalb eines gewissen Rahmen sein um die monatlichen Wettkämpfe gewinnen zu können. Je besser man bei diesen abschneidet desto mehr Prestige erhält man und eine gewisse Menge davon muss man auch jeden Monat dem Studentenrat vorlegen. Man sieht also: Die Managementsimulation nimmt hier einen komplexen Teil des Spiels ein. Wer sich damit nicht auseinander setzen möchte spielt also den "Waifu Mode" klickt sich durch die Werte und genießt die Storys, die wie erwähnt, wirklich toll sind.

Die Spielzeit des gesamten Games (ja ich denke man kann hier schon von einem Game sprechen) ist durch seine Komplexibilität relativ hoch. 30 Stunden und mehr können locker investiert werden bevor man alle vier Enden gesehen hat. Bei einem Preis von 27,99€ sollte man aber so etwas auch erwarten können, denn der ist schon ziemlich hoch angesiedelt. Ich habe selber mit mir gerungen ob ich soviel Geld für ein Spin-off ausgeben soll. Allerdings habe ich es trotz der sehr Stat lastigen Simulation nicht bereut. Die Animeelemente und die Anspielungen auf MoA sowie der Witz und Charme, welcher immer wieder auftaucht, macht hier einiges wieder wett. Ein letzter noch zu erwähnender Wehmutstropfen für mich ist das Fehlen einiger Mädchen aus MoA. Ikari, Claude und Kryska sind leider nicht mit an Bord. Vor allem Claude vermisse ich persönlich sehr. Sie hat mir in MoA den einen oder anderen Lacher beschert. Aber vielleicht gibt es ja einen kleinen Sidekick...?

 

Atmosphäre/Desing/Sound

Rein vom Gefühl her ist man sofort auf "Schulmodus" programmiert. Die Atmosphäre gibt dies auch unweigerlich wieder. Man rennt durch die Flure der Academy versucht die Problemclubs am laufen zu halten und flirtet sich fleißg durch die Welt. Auch die Möglichkeit Cera City etwas zu erkunden ist toll und bringt ein wenig Background zu MoA. Die Orte sind wieder 3D gerendert und passen wunderbar zu den Charakteren. Wie in MoA sind die CGs wieder liebevoll gezeichnet, als wären sie einem Anime entsprungen. Diese Mischung hat schon bei MoA funktioniert und tut dies nun auch. Allerdings ist die Atmosphäre hier viel entspannter, farbenfroher und lustiger. Und die zahlreichen Anspielungen und Sidekicks auf MoA sind grandios. Ich musste mehrfach während des spielens lachen. Kleines Beispiel gefällig? "Der Geist meiner garantiert nicht toten kleinen Schwester erschien neben mir und flüsterte mir ins Ohr..." - das sind Dinge an denen kann man Spaß haben - vorrausgesetzt man kennt den Zusammenhang! Auch der direkte Beginn des Games ist nichts weiter als ein grandioser Sidekick. Aber den sollte jeder für sich erleben - freut euch drauf! Das Spiel fällt auf jeden Fall direkt mit der Tür ins Haus! Auch in den Hintergründen der verschiedenen Orte sind Anspielungen auf MoA integriert. Im Museum z.B. lassen sich die Sunrider und einige Allianz sowie PACT Schiffe bewundern. In der Arcade Halle tauchen die Rider auf und und und. Es macht wirklich Spaß sich immer wieder überraschen zu lassen. Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass sich das Game selber nicht ernst nimmt. Dies gibt dem Ganzen eine entspannte und gemütliche Atmosphäre die hier und da mit Lachern gekrönt wird. Für Fans der Sunrider Reihe ist es definitiv eine willkommene alternative Welt. Der Sound und die Musik ist ebenfalls sehr schön gewählt. Das Opening hat wieder einen tollen Song mit Ohrwurmcharakter ebenso wie MoA es hatte. Die Musikstücke während des laufenden Spiels sind super auf die Situation abgestimmt, stimmig und schön komponiert. Es passt aus dieser Sicht einfach alles. Das Einzige was die Atmosphäre ein wenig stört, ist der hohe aufwand an Management. Hier was klicken da einen Stat erhöhen hier etwas kaufen - das kann auf dauer schon etwas nerven - wenn man auf die Story fixiert ist. Beim ersten Mal macht es auf jeden Fall noch viel Spaß, beim zweiten mal nimmt man es mit und beim dritten Mal fängt man an sich nur noch durchzuklicken bis das nächste Storyevent getriggert wird. Zumindest ging es mir so. Dennoch ist das Spiel insgesamt eine runde Sache und für Fans des Sunrider Universums eine Empfehlung wert!

 

     

     Ava in dem Raum für den Studentenrat                        Asaga als Captain des Kendo Clubs                     Chigara in ihrem Labor des Wissenschafts Clubs

 

     

      Sola als Captain des Schwimm Clubs                   Maray mit dem Familienhund "Fleet Admiral"            Chigara im Museum. Im Hintergrund Schiffe aus MoA

 

    

 Kaytos Kalender mit allen wichtigen Events                 Übersicht der Academy hier mit Routenwahl                             Der Plan von Cera City

 

Zusammenfassung

Sunrider Academy ist ein gelungener Spin-off von Mask of Arcadius. Es macht viel Spaß die Akteure einmal nicht in den Wirren des Krieges zu erleben, sondern sie dabei zu beobachten, wie sich ihr Leben als ganz normale Studenten erleben. Der große Aufwand an den man in das Management des Studienlebens aufwenden muss macht am Anfang noch Spaß, wird aber beim erspielen aller Routen irgendwann nervig wenn man nur im Waifu Mode agiert ohne eine Herausforderung zu haben. Die Sidekicks auf die Sunrider Reihe sind allerdings sehr gelungen. Man muss immer wieder Schmunzeln oder gar lachen. Auch der Animefaktor ist wieder mit von der Partie. Man hat wirklich das Gefühl einen Anime zu erleben und selber zu lenken. Das macht Spaß. Ein Nachteil allerdings liegt darin, dass man nur mit vier Mädels (ausgenommen Kaytos kleine nicht tote! Schwester) agieren kann. Ikari, Kryska und vor allem Claude fehlen einem irgendwo. Aber man kann ja nicht alles haben. Der Preis von 27,99€ ist meiner Meinung nach schon sehr hoch angesiedelt. Wer Visual Novels nur lesen möchte, keine Lust auf eine Managementsimulation hat und kein Fan der Sunrider Reihe ist, sollte sich sehr gut überlegen ob der Preis nicht zu hoch ist. Ich persönlich habe den Kauf nicht bereut. Die vier verschiedenen Storylines sind toll geschrieben und stecken voller Überraschungen, welche man als Fan der Serie wirklich zu schätzen weiß. Atmosphäre und Musik machen einen sehr guten Eindruck und das Design ist wieder einmal sehr gut gelungen. Wer wissen will was Kayto in einem anderen Universum, fernab von Krieg, Tod und Leid noch so alles erleben könnte sollte sich diesen Spin-off nicht entgehen lassen!

 

Bewertung
Story: 9,0
Design: 8,3
Musik/Sound: 8,7
Unterhaltungsfaktor: 8,7

 

                                              Gesamt: 8,7 / 10                                                      Preis/Leistung: 7,5 / 10

Dienstag
11.20.2018
10:49 AM
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