Visual Novel Test

Sword of Asumi

Shortfacts:

Genre: Visual Novel / Action / Ninja / Datetingsimulator

Autor: Ajtilley.com (USA/GBR?)

Erscheinungsdatum: Januar 2015

Plattform: Steam / ajtilley.com

Sprache: Englisch

Spieldauer: 2-6 Stunden

Preis: 9,99 € / 14,99 € Deluxe Edition

FSK: 16+

 

  

 

Allgemeines

Sword of Asumi ist eine klassische Visual Novel mit Wahlmöglichkeiten um bestimmte Aktionen zu triggern. Das Genre kann in den Bereich Action/Ninja/Smamurai angesiedelt werden. Darüber hinaus handelt es sich auch noch um einen Datetingsimulator. Zu erwähnen wäre auch noch, dass es in dieser Novel ebenfalls Darstellung von Gewalt gibt. Auch wenn die Novel, wie viele andere auch, einen japanischen Eindruck macht ist der Hersteller wieder einmal im englischen Raum zu finden. Allerdings kann ich abschließend noch nicht sagen ob in den USA oder GBR. Sword of Asumi hat zwar auch ein Intro bekommen allerdings ist dies im Netz nicht auffindbar. Alternativ habe ich hier den kompletten Song des Intros aufgeführt.

 

 

Story

Sword of Asumi spielt in einem zu Anfang leicht komplizierten politischen Zusammenhang. Das Reich oder Land in dem die Novel angesiedelt ist heisst Edo. Um die Vorherrschaft in Edo kämpfen mehrere Parteien. Auf der einen Seite steht der Regent des Landes. Auf der anderen Seite die verschiedenen Shogune, welche die Rolle kleinerer Fürsten einnehmen. Jeder für sich strebt nach der Macht im Land. In diese Konstellation kommt Asumi ins Spiel. Sie ist eine Assasine des Black Clans. Mit ihrer ersten Mission beginnt auch die Geschichte. Asumi soll einen Shogun ermorden. Nach getaner Arbeit trifft sie auf Kami. Kami ist eine Justicar. Dies sind weibliche Kämpfer, welche zwischen dem Regenten und den Lords stehen um das Gleichgewicht und den Frieden im Land so gut es geht aufrecht zu erhalten. Asumi bekommt von Kami einen Auftrag an dessen Ende ihr bei erfolgreichem Abschluss ein Platz unter den Justicar winkt. Dies ist auch desshalb so besonders für Asumi da erst seit kurzem per Beschluss des Regenten auch  aus nicht adeliger Familie stammende Kämpfer diesen Rang bekleiden dürfen. Asumi bekommt den Auftrag an einer Schlue für Samurai eine Terrorgruppe unter dem Anführer "Raven" zu finden und auszuschalten. Diese planen einen Bombenanschlag auf die Hauptstadt sollte der Regent nicht innerhalb der nächsten 10 Tage abgesetzt worden sein. Für Asumi beginnt eine Undercovermission als Schülerin und ein Wettrennen gegen die Zeit...

 

Eindruck der Novel

Sword of Asumi hat ein riesen Potential ein geniales Ninja Epos zu sein. Leider bleibt es bei eben diesem... Von der Story her gibt Sowrd of Asumi einiges her: Ein action geladenes Ninjaabenteuer an einer Schule und der Jagd nach Raven, eine Romance zwischen ihr und einem der Schüler oder einem Gemetzel für die Gerechtigkeit. Die Novel versucht all diese Elemente unter einen Hut zu bekommen und scheitert dabei kläglich... Nach dem Prolog und dem Gespräch mit Kami denkt man sich noch: Da muss was Gutes kommen bei der Ausgangslage. Weit gefehlt. Wir werden in eine "Schulmädchensimulation" geworfen in der wir ein bisschen recherchieren dürfen und uns vielleicht einen Freund oder Freundin angeln können. Dabei werden wir über 13 Tage durch verschiedene Klassen gejagt an deren Unterricht wir teilnehmen müssen. Hier kommen auch die verschiednen Wahlmöglichkeiten hinzu. Prinzipiell finde ich es super wenn eine Visual Novel es mir erlaubt eine Wahl zu treffen und damit Ereignisse und die Geschichte zu beeinflussen. Und die Möglichkeit bei Kämpfen zwischen Leben und Tod zu entscheiden (Man kann töten oder ausser Gefecht setzten) ist ebenfalls eine interessante Variante. Doch hier wird wieder einmal Potential verschwendet... Die einfachen Möglichkeiten sich für etwas zu entscheiden werden einem alle zwei Meter zwischen die Beine geworfen... Hat man sich für etwas entschieden kommt kurze Zeit später gleich wieder die nächte Wahl, und die nächste und die nächste usw. Dies ist für mich als Spieler wirklich verwirrend und überfordert mich gleich ein wenig. Die Entscheidungen ob ich jemanden lieber ausschalte oder umbringe hingegen sind nur in zwei Fällen Story relevant. Ansonsten beeinflussen diese Entscheidungen rein gar nichts, ausser vielleicht einmal den Text den einige Figuren von sich geben. Hier kommt die nächste Schwäche zu Tage: Die Texte sind zwar leicht abgeändert aber nur um 2-3 Worte so dass sich nur das Ereignis (Tod oder Überwältigung) einer Person ändert. Der Rest ist komplett identisch! Und damit ist auch die wirklich größte Schwäche dieser Novel benannt: Sie ist überhaupt nicht abwechslungsreich. Man bekommt den Eindruck, dass nur einige Wörter in den Texten ausgetauscht werden und der Rest einfach nur recycelt wird... Das senkt gerade den Wiederspielwert enorm. Ein Beispiel dazu: Wir daten uns mit zwei Jungen in zwei verschiedenen Walkthroughs. Beide Dates enden an ein und demselben Ort - obwohl beide Jungen komplett verschiedene Charaktere, Interessen und Vorlieben haben und es so wirklich merkwürdig erscheint warum beide den selben Ort bevorzugen. Aber sei es drum - das ist nicht das wirklich Irritierende an dieser Sache. Ich habe mir die Auswahlmöglichkeiten der Dialoge mal genau angesehen. Ich kann beide immer nur EXACT dasselbe fragen! Die Auswahlmöglichkeiten und Gesprächsthemen sind komplett identisch... Diese Tatsache hat mich wirklich zutiefst enttäuscht.

Ein weiterer Minuspunkt sind die Enden. Man kann auch hier 11 verschiedene Enden erspielen. Leider gleichen sich diese wieder sehr stark. Bei den "good Ends" geht es sogar soweit, dass man nur zwei kleine Sätzchen an den Kopf geschmissen bekommt in denen sich nur der Name der Person ändert mit der man angebandelt hat. Dann gibt es noch ein kleines Bildchen zur Belohnung - Ende... So etwas ist wirklich enttäuschend und lässt einen Die Enden nur erspielen, weil man die Steam Errungenschaften freischalten möchte aber nicht weil es einen interessiert was wohl bei den jeweiligen Enden passieren könnte - sie sind eh alle gleich... In diese Reihe fügt sich auch der letzte Tag, der "Tag der Entscheidung" ein. Hat man einmal ein "Good End" erspielt - bleibt die Lösung wer Raven ist und wen man ausschalten muss immer diesselbe! Es ändert sich rein gar nichts... Da hätte ich mir gewünscht, dass eine Veränderung der Story stattfindet. Wenn es nun in der einen Route der Täter XY wäre könnte es in der nächsten Z sein. Aber leider bleibt dies nur ein frommer Wunsch nach Abwechslung und Innovation. Eine nette Idee ist die Interaktion innerhalb der verschiedenen Klassen die man besuchen muss. So kann man beim Sport sich entscheiden mit wie viel Power man welches Hindernis angehen wird - was entscheidet ob man nun als erster über die Ziellinie kommt oder eben nicht und damit Mitschüler beeindruckt. Aber auch hier gibt es wieder Schwächen... So muss man bei der Geschichtsklasse ein Quiz beantworten deren Fragen einfach nur reine Glückssache sind. Die Antworten kann man nicht wissen da es sich um fiktive Geschichte handelt... Wie ich dann später herausgefunden habe sind die Antworten im Hauptmenü unter den Extras zu finden. Dort wird u.a. auch die Geschichte Edos erläutert... Allerdings finde ich es grenzwertig wenn ich mir erst einmal die Extras durchlesen muss um einen bestimmten Erfolg innerhalb des Spiels haben zu können... Gut gelöst geht anders.

Der nächste Haken an dieser Novel ist die Spieldauer. Insgesamt habe ich 5 Stunden gebraucht um alle Errungenschaften und Enden zu erleben. Mein erster Walkthrough dauerte sogar keine zwei Stunden. Dies ist absolut zu wenig für eine ambitioniere Visual Novel. In Verbindung mit der Spielzeit und der Innovation der Story und des Gameplays ist der Preis schon fast ein Witz... 9,99€ kostet die normale Version des Games 14,99€ sogar die Deluxe Version die nur noch den Soundtrack und einen "Charaktereditor" enthält... Und ich kaufe mir natürlich auch noch die Deluxe Edition... Da kann wohl nur noch sagen: Reingefallen!

 

Atmosphäre/Design/Sound

Tja nach der ganzen Kritik im vorrangegangenen Teil sollte doch mal langsam etwas positives kommen oder? Weit gefehlt! Die Atmosphäre ist schwach. Habe ich im Prolog noch geglaubt ich bin eine begnadete Meisterassasine die sich in bester Ninja Manier durch die Story schleichen und schnetzeln wird, ist dies nach dem Epilog schon wieder vorbei... Ich lande in einer Datingsimultaion welche an einer Schule spielt. Und hier bekomme ich auch nur Schulatmosphäre geboten. Das Feeling für eine Samuraiepoche fehlt gänzlich. Die Schüler tragen Standartuniformen wie sie im modernen Japan üblich sind. Es gibt elektrisches Licht und man sieht viele Utensilien die einfach nur aus der modernen Zeit stammen. Dies wäre ja auch nicht so schlimm wenn man mir aber weismachen will, dass sich die politische Lage des Landes Edo wie im japanischen Mittelalter liest und das Training an der Akademie aus Waffen wie Pfeil, Bogen, Schwertern etc. stammt und reiten sowie schwimmen in Shogunrüstung relevante Fächer darstellen. Sorry aber das passt überhaupt nicht zusammen. Ich habe die ganze Zeit das Gefühl ich bewege mich in einer 0815 Schulmädchen-Datingsimulation immer wieder unterbrochen von dem Versuch mir etwas "Samuraifeeling" zu verpassen. Schade - da ist soviel mehr drin... Das Design der Novel hat zwei Seiten. Die gezeichneten Hintergrundbilder einiger Orte, wie dem Schrein oder dem Büro des Studentenrates, sind wirklich gelungen. Die CGs sind auch nicht so schlecht ausgefallen gehen aber eher in eine Comic Richtung statt nach Anime auszusehen - aber das stört weniger. Sehr schade ist dagegen die Umsetzung der "Good End" CGs. Diese sind wie schon einige Dialoge komplett recycelt. Man tauscht nur die Frisuren der Figuren aus - der Rest bleibt immer gleich - da hätte man sich viel mehr Mühe geben dürfen. Auch die Darstellungen der Figuren ist statisch und wirkt zum Teil leb- und lieblos. Wenn wir in eine Szene einsteigen und verschiedene Charaktere darin auftauchen ändert sich höchsten mal der Gesichtsausdruck - der Körper bleibt immer in derselben steifen Pose. Das lässt die Szenen statisch wirken und stört den Betrachter unbewusst. Ich hatte beim spielen immer wieder das Gefühl, dass mich etwas stört - bis ich rausfand dass die Figuren so statisch wirken. So etwas muss nicht sein. Etwas Bewegung und eine adäquate Reaktion auf bestimmte Ereignisse hätten den Figuren mehr als gut getan... Allerdings sind die Figuren gut gezeichnet sodass man hier einen positiven Punkt anbringen kann.

Bei der Musik und dem Sound kann ich aber endlich mal wieder etwas positives vermelden: Der Introsong ist super! Ja der gefällt mir wirklich. Das wars dann auch schon wieder... Die Musik während der Novel ist nicht unterirdisch, kommt aber nicht über den Durchschnitt heraus. Teilweise fällt sie nicht einmal auf - weil sie mitten in der Szene und im Stück einfach aufhört und erst mit der nächsten Szene wieder Musik einsetzt. So sitzt man teilweise im Stillen da... das kann so nicht gewollt sein. An anderer Stelle ist der übergang bei der Wiederholung des Musikstückes sehr holprig. Es hört sich so an als hätte da eine Platte einen Sprung und fängt wieder von vorne an... Auch der situationsbedingte Sound ist - sagen wir mal - merkwürdig... An einem der späteren Tage kann man klassische Musik als Fach wählen. In der Klasse merkt man aber, dass man kein Instrument spielen kann und wird vom Lehrer prompt für den Rest des Unterrichts an die Seite zum zuhören gesetzt. Peinlich peinlich! Und was macht der Sound? Statt vielleicht ein Stück einzuspielen dass sich nach Niederlage oder vielleicht auch Bedrohlichkeit anhört wird das Intro von Sword of Asumi gespielt - WTF?! Etwas unpassenderes kann ich mir in dieser Situation einfach nicht vorstellen... Und so reiht sich der Sound in die gesamte Leistung dieser Novel ein - nett gedacht schlecht gemacht.

 

    

Eines der besseren Beispiele: Der Schrein                   Wir haben die Wahl: Töten oder ausschalten                          Asumi läuft in der Sportstunde  

 

   

   Hikari und Asumi haben Spaß beim Sport             Ein Beispiel für recycelte Bilder: Asumi in Schuluniform...   ...und ihrem Datingoutfit. Gleiches Bild andere Klamotten...

 

     

Hier ein Beispiel für die statischen Posen. Man betrachte Kaori (rothaariges Mädchen links). Ihre Haltung ist in allen Bildern gleich. Im dritten Bild haben alle drei diese "Grundhaltung".

 

    

      Mineko und Asumi (in Grundhaltung)                        Mineko, Asumi und Sen (in Grundhaltung...)           Ein Gruppenbild mit Asumi und Kaori (Oh wieder mit Grundhaltung!)

 

Zusammenfassung

Sword of Asumi - das Ninja-Samurai-Abenteuer das eigentlich keines ist. Gefühlt ist man nur ein Schulmädchen auf der Suche nach der großen Liebe - und achja nach Terroristen. Die Stimmung einer spannenden Geschichte über eine Assasine des Black Clans, welche undercover unterwegs ist um eine Terrorzelle auszuheben, kommt leider nie auf. Dagegen wird man durch verschiedene Klassen gejagt, baut Beziehungen mit anderen Charakteren auf und entlarvt am Ende nebenbei noch die Täter - oder auch nicht. Das Design ist von der Grunidee her ok. Die Figuren sind farbenfroh und sehen nach Anime aus. Allerdings sind sie statisch, haben fast immer diesselbe Körperhaltung und ändern diese während der Szenen auch niemals. Die Musik ist im Großen und Ganzen ok - leider aber stopt sie mittendrin einfach, springt oder ist total unangebracht. So etwas muss wirklich nicht sein. Auch die Enden sind wie aus der Konserve eines Kommunisten: Alle gleich, bloß nichts anders machen. Wir tauschen nur mal eben den Namen in den zwei Sätzchen am Ende und dass wird das schon... nicht wirklich innovativ. Und genau das fehlt dieser Novel - die Innovation. Die Story gibt eigentlich so viel mehr her aber heraus kommt eine Schulmädchengeschichte mit ein bisschen Ninja nebenbei und etwas Terror. Das ist zu wenig! Die Idee das japanische Mittelalter mit der Gegenwart zu kreuzen ist in sich auch eine tolle Idee aber dann muss da auch mehr an Atmosphäre aufkommen - so vergisst man den mittelalterlichen Part ganz schnell wieder. Im Endeffekt spult man nur eine Reihe an immer gleichen Ereignissen ab, macht sich nebenbei bei jemandem beliebt, oder auch nicht, wird von Auswahlmöglichkeiten bombadiert die nicht immer wirklich Einfluss auf das Geschehen haben und erreicht ein Ende das zumindes im Falle der "Good Ends" fast immer identisch ist. Schade. Wenn man wissen möchte wie man so ein Konzept besser umsetzt, sollte man sich Everlasting Summer ansehen. Obendrein ist dies auch noch free to play. Wobei wir beim Preis sind. 9,99€ oder 14,99€ für die Deluxe Edition sind definitiv zu viel. Es gibt eine Reihe free to Play Novels die ihre Sache um Längen besser machen - in jeder Hinsicht. Wen die Kritikpunkte nicht abschrecken oder keinen Wert auf Story legt kann sich Sword of Asumi gerne anschaffen - dann aber nur wenn es im Sale ist. So bekommt man schnell den Eindruck viel Geld in eine halb fertige Visual Novel investiert zu haben - und das muss ja nicht sein. Sehr sehr schade - das Potential ist auf jeden Fall vorhanden...

 

Bewertung
Story: 4,4
Design: 5,6
Musik/Sound: 3,2
Unterhaltungsfaktor: 5,1

 

                                                    Gesamt: 4,6 / 10                                                   Preis/Leistung: 2,3 / 10

Montag
08.19.2019
5:12 PM
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